Titus Müller – Berlin Feuerland

Berlin Feuerland von Titus Mueller

Berlin Feuerland von Titus Mueller Quelle: Blessing Verlag

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

Verlag: Karl Blessing Verlag

ISBN-13: 978-3896675033

Der Verlag über das Buch

Zwischen Schloss und Barrikaden: eine Geschichte voller Liebe und Abenteuer, minutiös recherchiert, packend und atmosphärisch dicht erzählt.

Hannes Böhm lebt in dem Industrieviertel, das die Berliner Feuerland nennen, weil hier die Schornsteine der Industrie qualmen. Als eine Art selbst ernannter Fremdenführer verdient er sich ein kleines Zubrot, indem er neugierigen Bürgern die Armut und die Not in den Hinterhäusern zeigt. Bei einer solchen Gelegenheit lernt er Alice kennen, die als Tochter des Kastellans im Berliner Stadtschloss wohnt, der Frühlingsresidenz des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. Alice ist schockiert über das Ausmaß der Verelendung – und zugleich tief beeindruckt von Hannes, der voller Ehrgeiz und Fantasie zu sein scheint.

Doch als die Märzunruhen 1848 ausbrechen, als sich der Konflikt zwischen dem preußischen König und den Aufständischen zuspitzt und gemäßigte Kräfte nur schwer Gehör finden, scheint es für die Gefühle, die Hannes und Alice füreinander entwickeln, keine Zukunft mehr zu geben.

Der Verlag über den Autor

Titus Müller, geboren 1977 in Leipzig, studierte in Berlin Literatur, Geschichtswissenschaft und Publizistik. 1998 gründete er die Literaturzeitschrift „Federwelt“. 2002 veröffentlichte er, 24 Jahre jung, seinen ersten Roman: „Der Kalligraph des Bischofs“. Es folgten weitere historische Romane wie „Die Brillenmacherin“ (2005). Titus Müller wurde mit dem C. S. Lewis-Preis und dem Sir Walter Scott-Preis ausgezeichnet. 2011 erschien im Blessing Verlag sein Roman über den Untergang der Titanic: „Tanz unter Sternen“. Für den Roman „Nachtauge“ (Blessing, 2013) wurde Titus Müller 2014 im Rahmen einer Histo-Couch-Umfrage zum Histo-König des Jahres gewählt.

Zur Website von Titus Müller

Meine Gedanken zum Buch

Diese Tage, die wir gerade erleben, wird man wieder und wieder betrachten, später einmal. Weil sie die Welt verändern werden.“ S. 289

Berlin 1848. In den Berliner Industrievierteln brodelt es. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der wie in Ghettos zusammengepferchten Arbeiterfamilien sind katastrophal. Sie kämpfen tagtäglich ums Überleben. Die Industrialisierung und zunehmende Massenproduktion fordert ihre Opfer.

Hannes Böhm lebt in einem dieser Armenviertel Berlins, das wegen des ständigen Qualms aus den Industrieschloten auch Feuerland genannt wird. Aber Hannes ist clever. Er ist als „Touristenführer“ im Feuerland unterwegs. Auf seinen damals durchaus üblichen Touren zeigt er den reichen Damen das Elend der Arbeiter, die Damen lassen dann mit dem Gewissen der guten Tat, die eine oder andere Münze bei den Armen. Während einer solchen Führung lernt er die Tochter des Kastellans des Berliner Stadtschlosses, Alice, kennen. Sie verlieben sich ineinander und für beide tun sich völlig fremde Welten auf. Wer mich kennt, weiß, dass ich auf Liebesgeschichten schnell allergisch reagiere. Diese in diesem Roman erzählte ist aber weder kitschig noch romantisch verklärt. Im Gegenteil. Sie trägt den Roman, weil sie dem Autor die Möglichkeit gibt, die sehr gegensätzlichen Lebensverhältnisse zu verdeutlichen.

Der historische Hintergrund war mir nicht völlig fremd. Aber ich fand es beeindruckend, wie geschickt der Autor diese Vielzahl an historischen Persönlichkeiten in „Berlin Feuerland“ nicht nur agieren, sondern auch zu Wort kommen ließ. Er legte ihnen ihre eigenen, aus Briefen und anderen Zeitdokumenten überlieferten Worte in den Mund und versetzt den Leser schon durch die sprachliche Gestaltung in die damalige Zeit. Titus Müller verwob die fiktive Romanhandlung geschickt mit den wirklichen Ereignissen des März 1848 in Berlin und schaffte somit ein sehr reales historisches Flair. So ermöglichte dem Leser ganz nebenbei einen Einblick in die Deutsche Geschichte. Dadurch wirkt der Roman nicht nur sehr authentisch, er ist es auch. Daran haben nicht zuletzt seine Protagonisten einen bedeutenden Anteil, sie sind lebensnah mit Stärken und Schwächen ausgestattet, wirken glaubhaft und als Leser habe sie auf ihrem Weg sehr gern begleitet.

Alle Romane, die ich bisher von Titus Müller gelesen habe, bereiteten mir angenehme und unterhaltsame Lesestunden. Dieser Roman begeisterte mich jedoch von er ersten bis zur letzten Seite. Er hat alles, was einen guten historischen Roman ausmacht, er zeigt an keiner Stelle Längen, der Sprachstil ist der Zeit angepasst und die Charaktere sind lebendig und wirken nicht gekünstelt. Ihn zu lesen ist wie eine Zeitreise. Allen Liebhabern des historischen Romans, die auf Herz-Schmerz-Geplänkel verzichten können, sei „Berlin Feuerland“ ans Herz gelegt.

Quelle: Wikipedia

Quelle: Wikipedia

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3 Antworten zu Titus Müller – Berlin Feuerland

  1. steffimanca schreibt:

    Liebe Heike, vielen Dank für diese – wie immer sehr gelungene – Vorstellung des Buches. Ich habe meinen Wunschzettel sofort erweitert, hört sich sehr interessant an.
    Ich lese gerade „Ein besonderer Junge“. Habe ich von Dir geschenkt bekommen und es ist auch ein besonderes Buch. Irgenwie ahne ich, dass es noch eine große Wendung geben wird … oder erhoffe ich mir das? Bin zur Hälfte durch, ist ja nicht dick 😉
    LG Steffi

  2. steffimanca schreibt:

    Ergänzung: Es gibt das Buch bei http://www.audible.de … jippih, schon in der Bibliothek 🙂

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