Glendon Swarthout – The Homesman. Es führt kein Weg zurück

9783453418172_Cover

Quelle: Heyne Verlag

OT: The Homesman
Übersetzer: Kollektiv Druck-Reif
Taschenbuch: 368 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
ISBN-13: 978-3453418172

Der Verlag über das Buch

Amerika 1862 – irgendwo in Missouri: Das Leben der Siedler ist unerträglich hart. In diesen dunklen Zeiten zerbrechen vier Frauen an Einsamkeit und Hunger. Man beschließt, sie in den Osten zurückzubringen, in ein besseres Leben. Die resolute Mary Bee Cuddy wird ausgewählt, um den Treck zu führen. Doch sie weiß, dass sie allein keine Chance hat, und muss sich auf die Unterstützung des Abenteurers Briggs verlassen. Entschlossen treten sie den gefahrvollen Weg an, der durch die Weiten der gnadenlosen Wildnis führt …

Der Verlag über den Autor

Glendon Fred Swarthout, 1918 in der Nähe von Pinckney, Michigan geboren, schrieb 16 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Berühmt wurde er vor allem durch seine großen Western, die heute als Klassiker gelten. Viele seiner Bücher wurden erfolgreich in Hollywood verfilmt, u. a. mit John Wayne und Paul Newman. Swarthout verstarb 1992 in Scottsdale, Arizona, und wurde 2008 posthum in die Western Writers Hall of Fame aufgenommen.

Meine Gedanken zum Buch

„The Homesman“ ist ein Roman über die Pioniere der Besiedelung des amerikanischen Westens im Jahr 1862. Man lebte noch in Sodenhäusern und das Leben verlangte den Menschen viel, sehr viel ab, manchmal mehr, als sie zu ertragen in der Lage waren. Voller Hoffnungen begannen sie ihr Leben in der Wildnis. Dort waren die Siedler nicht nur den Naturgewalten ausgesetzt, auch Krankheiten und die Einsamkeit machten das Leben mitunter nur schwer erträglich. Besonders die Frauen litten unter den Bedingungen und nicht alle waren den Widrigkeiten gewachsen. Von vier dieser Frauen, die daran zerbrachen, erzählt Glendon Swarthout in seinem Roman. Die Frauen waren aber nicht besonders zart besaitete Wesen, das Leben verlangte ihnen einfach mehr ab, als sie psychisch verkraften konnten. Ihre Männer wussten keinen anderen Rat, als einen Treck gen Osten zu organisieren.

Zugegeben, ein wirklich glühender Liebhaber von Wild-West-Romanen bin ich nicht. Trotzdem habe ich diesen unglaublich gern gelesen. Was war nun genau so fesselnd an diesem Roman?

The Homesman ist keiner der üblichen von Wild-West-Romantik, Revolverhelden und Indianerüberfällen strotzenden Western. In ihm geht es vorrangig um das Leben und Leiden der Pioniere und die lange, beschwerliche und gefährliche Reise der Gescheiterten zurück in die Zivilisation. So grundverschieden die Schicksale der vier Frauen sind, so sehr ähneln sie sich auch. Mit viel Einfühlungsvermögen schildert Glendon Swarthout das Geschehen, das zum Erkranken der Frauenseelen führte. Er hat damit das Bild einer Gesellschaft geschaffen, das weit entfernt von jener gängigen Western-Idylle a la Karl May oder John Wayne ist. So kommt dieser Roman (fast) völlig ohne Schießereien aus, was nicht bedeutet, dass er nicht hart ist. Die darin vorkommende Härte ist anders, es ist die des Lebens der amerikanischen Pioniere, die sehr authentisch wirkend und intensiv beschrieben wurde.

The Homesman hat mich stark beeindruckt, weil er auf mich so real und glaubhaft wirkte, so intensiv war und über eine sehr dichte Atmosphäre verfügt. Mit den geschilderten Problemen und Grausamkeiten, auch besonders denen im Umgang mit den psychisch kranken Frauen, konnte ich gut umgehen, wurden diese doch nicht des Effektes wegen beschrieben, sondern gehörten untrennbar zur Besiedelung des Westens. Es war zwar nicht immer leicht, davon zu lesen, doch öffnete sich damit auch ein völlig neuer Blick auf die damalige Zeit, die von Pioniergeist, Mut und unbändigem Willen geprägt war.

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Eine Antwort zu Glendon Swarthout – The Homesman. Es führt kein Weg zurück

  1. ElkeK73 schreibt:

    Als ich Deine Rezie las, kam sie mir irgendwie bekannt vor, obwohl ich das Buch noch nicht gelesen habe. Und tatsächlich – er wurde schon verfilmt. Tommy Lee Jones führte Regie. Beides reizt mich – Buch und Film. Vielen Dank für Deine Rezie!

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