Susan Abulhawa – Als die Sonne im Meer verschwand

Quelle: Diana Verlag

Quelle: Diana Verlag

OT: The Blue Between Sky and Water

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Verlag: Diana Verlag

ISBN-13: 978-3453291706

Der Verlag über das Buch

In Amerika aufgewachsen, kennt die Palästinenserin Nur die malerischen Dörfer ihrer Heimat bloß aus den Erzählungen ihres Großvaters. Doch dann trifft sie Jamal, der als Arzt in Gaza arbeitet und sie dorthin einlädt. Zum ersten Mal reist Nur zu ihrer Familie und erlebt, wie eng deren Geschichte mit der Israels und Palästinas verflochten ist. Sie ist überwältigt von den Eindrücken, erfährt aber auch eine bittere Wahrheit über Jamal. Stehen lediglich die strengen Regeln seiner Kultur zwischen ihnen? Nur muss herausfinden, wohin sie und ihre Liebe gehören.

Nach ihrem internationalen Bestseller »Während die Welt schlief« erzählt Susan Abulhawa auch in ihrem neuen Roman voller Poesie von einer Familie ohne Heimat, von Krieg, Frieden und Hoffnung.

Der Verlag über die Autorin

Geboren als Kind palästinensischer Flüchtlinge wuchs Susan Abulhawa in Kuwait, Jordanien und Jerusalem auf. Als Teenager ging sie in die USA, wo sie heute gemeinsam mit ihrer Tochter lebt. Die Autorin engagiert sich aktiv für die Menschenrechte und die Lebensumstände von palästinensischen Kindern in besetzten Gebieten. Ihr Debüt »Während die Welt schlief« wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt und zum internationalen Bestseller. »Als die Sonne im Meer verschwand« ist ihr zweiter Roman.

Meine Gedanken zum Buch

Der Nahostkonflikt hat mich seit meiner Jugend sehr beschäftigt. Unzählige Dokumentationen habe ich zu diesem Thema gesehen, Sachbücher gelesen und ich habe mich diesem literarisch genähert, weil ich eigentlich nur eines will, verstehen – und zwar die Sicht aller Beteiligten.

Mit viel Spannung erwartete ich diesen Roman von Susan Abulhawa. Ihren Erstling „Während die Welt schlief“ hatte ich mit viel Interesse und Begeisterung gelesen und so erhoffte ich mir wieder informative und unterhaltsame Lesestunden.

So lernte ich die in den USA lebende und dort geborene Palästinenserin Nur kennen. Von ihren Wurzeln erfährt sie aus den Erzählungen ihres Großvaters. Als dieser stirbt, beginnt eine Odyssee für das damals noch kleine Mädchen, die sie schließlich nach Palästina und zufällig in den Kreis ihrer Familie führt.

Diese Familien- und letztendlich auch Liebesgeschichte wird zu Beginn stark durch die historischen Ereignisse im Nahen Osten geprägt. Diese traten aber im Verlauf der Lektüre ein wenig in den Hintergrund. Die Verteilung von Gut und Böse, Opfer und Täter war sehr eindeutig verteilt und die Autorin, selbst Palästinenserin, ergreift in diesem Roman sehr eindeutig Partei. Dieses Recht möchte ich ihr auch keinesfalls absprechen, allerdings leidet der Roman dadurch etwas unter der einseitigen Sichtweise.

Sprachlich ist der Roman recht einfach gestaltet, er ist leicht und flüssig zu lesen. Die ein wenig mystisch angehauchten Passagen haben mich keineswegs gestört, sie stellten für eine interessante und gelungene Form der Erzählperspektive dar. Die Personen sind hinreichend charakterisiert, um beim Leser Verständnis für deren Tun und Lassen zu entwickeln.

Wenn mich „Als die Sonne im Meer verschwand“ auch bezüglich einer komplexen historischen Betrachtungsweise nicht überzeugte, habe ich diesen Roman doch recht gern gelesen. Denn besonders die Frauen der Familie erlaubten tiefe Einblicke in das Leben im Gazastreifen. Sie sind es, die, allen Widrigkeiten zum Trotz, der Familie Halt und Zuversicht geben und mit ihren starken Charakteren dem Roman Leben einhauchen.

Auch weiterhin werde ich literarisch den Nahen Osten bereisen. Zur Zeit lese ich Leon Uris „Exodus“, das große Epos um die Gründung Israels, ein Buch das mich sehr berührt und emotional fordert.

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2 Antworten zu Susan Abulhawa – Als die Sonne im Meer verschwand

  1. steffimanca schreibt:

    Ein hoch interessantes Thema … auch ich frage mich schon sehr lange „Warum?“ und möchte gern verstehen. Werde die Bücher der Autorin mal auf meinen Wunschzettel setzen. Danke für die Vorstellung, liebe Heike 🙂

    • Karthause schreibt:

      Liebe Steffi, Antworten findest du in diesem Roman nicht, lediglich eine Beschreibung der Situation der Palästinenser. Der Roman weckt Verständnis, aber kein Verstehen. Gerade lese ich „Exodus“ von Leon Uris. Auch hier ist die Betrachtungsweise einseitig, allerdings aus israelischer Sicht. Ich glaube inzwischen, dass es eine neutrale Sicht auf die Geschehnisse nicht gibt, da man selbst ja auch nicht völlig neutral, sondern zumindest durch die Berichterstattung in den Medien vorbelastet ist. Enn du ein Buch on Susan Abulhawa lesen möchtest, würde ich dir „Während die Welt schlief“ empfehlen, das hat mir besser gefallen.

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