Matthias Weik, Marc Friedrich – Kapitalfehler

Kapitalfehler

Quelle: Eichborn Verlag

Wie unser Wohlstand vernichtet wird
und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen


Gebundene Ausgabe:
352 Seiten
Verlag: Eichborn Verlag
ISBN-13: 978-3847906056

Über das Buch (Quelle: Eichborn Verlag)

Die Finanzkrise 2008 hat die Weltwirtschaft an den Rand des Abgrunds getrieben. Doch ihre Ursachen sind bis heute weder verstanden noch behoben worden. Marc Friedrich und Matthias Weik zeigen, warum der Kapitalismus immer wieder daran scheitert, unseren enormen Wohlstand fair und nachhaltig zu verteilen. Sie untersuchen, warum er periodisch seine Innovationsfähigkeit und seine Kraft zur Erhöhung von Wohlstand, Lebensqualität und sozialer Sicherheit verliert. Warum zeitweise nur noch die Interessen von Konzernen, Superreichen und einer Finanzelite zählen, die sich von der Realwirtschaft fast vollständig abschottet.

Anders als ihre Verfechter behaupten, sorgen unregulierte Finanzmärkte gerade nicht dafür, dass Kapital an die für den allgemeinen Wohlstand besten Stellen gelangt. Wenn 0,1 Prozent der Weltbevölkerung entscheiden, wie 80 Prozent des weltweiten Vermögens investiert werden, dann hat das nichts mit freien Märkten und mit Wettbewerb zu tun. Im Gegenteil: Finanzkapitalismus ist schlicht und einfach ganz schlechter Kapitalismus! Denn er verteilt vorhandenen Wohlstand total ineffizient. Friedrich & Weik erklären allgemein verständlich, wie ein vernünftiger Kapitalismus wirklich funktionieren kann.

Über die Autoren (Quelle: Eichborn Verlag)

Matthias Weik befasst sich seit über zehn Jahren eingehend mit der globalen Wirtschaft und ihren Finanzmärkten. Arbeits- und Studienaufenthalte in Südamerika, Asien und Australien ermöglichten ihm tiefe Einblicke in das Wirtschaftsleben fremder Nationen. Parallel zu seiner Tätigkeit für einen deutschen Konzern hat er einen MBA erworben. Seit mehreren Jahren ist der Querdenker als unabhängiger Honorarberater tätig.

Marc Friedrich studierte Internationale Betriebswirtschaftslehre und beschäftigte sich intensiv mit der Wirtschaft und den Finanzmärkten. Während eines Aufenthalts in Argentinien erlebte er 2001 einen Staatsbankrott und dessen verheerende Folgen selbst mit. In Großbritannien, der Schweiz und den USA sammelte er zahlreiche und wertvolle Arbeitserfahrungen. Gemeinsam mit Matthias Weik hält er Seminare und Fachvorträge bei Unternehmen, Verbänden, an Universitäten und Schulen.

Meine Gedanken zum Buch

Dieses Sachbuch wird eingeleitet durch ein bemerkens- und nachdenkenswerten Zitat des ehemaligen Präsidenten von Uruguay, José Mujica.

Wir haben Berge von überflüssigem Bedarf angehäuft. Ständig müssen wir kaufen, wegwerfen, kaufen… Es ist unser Leben, das wir verschwenden. Denn wenn wir etwas kaufen, bezahlen wir nicht mit Geld. Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit, die wir aufwenden mussten, um dieses Geld zu verdienen. Der Unterschied ist: Leben lässt sich nicht kaufen. Es vergeht einfach. Und es ist schrecklich, Leben zu verschwenden, indem du deine Freiheit verlierst.“

Wir leben in turbulenten Zeiten, nach der Krise ist vor der Krise, die Mechanismen der Finanzwirtschaft werden nur pro forma und ohne Wirkung verändert, streitbare Entscheidungen werden dem Bürger als alternativlos wortreich schön geredet und man wünscht sich, die Eliten von (Finanz-)Wirtschaft und Politik mögen ihre Scheuklappen ablegen und eingefahrene Wege im Kreisverkehr mit Abwärtsspirale endlich verlassen. Es gilt doch mehr denn je die Ursachen, die zu der gegenwärtigen verfahrenen Situation führten, aufzudecken sowie unvoreingenommen und uneigennützig zu bekämpfen.

Marc Friedrich und Matthias Weik analysierten tiefgründig und unter Zuhilfenahme umfangreicher Quellen, die Faktoren, die den Kapitalismus an seine Grenzen führten. Weiterführende Literatur und Quellen, die in den Anmerkungen aufgelistet sind, regen zum Weiterlesen an.

Wohlstand wird erwirtschaftet, dieser kommt jedoch nur noch einer Minderheit wirklich zugute. Faire Verteilung gibt es lediglich noch in der Theorie. So verpuffen Innovationen und wertvolle Ressourcen werden nur unzureichend genutzt. In Folge dessen muss die Lebensqualität der Masse der Gesellschaft sinken, soziale Sicherheit schwinden und die Diskrepanz zwischen Arm und Reich – für alle sichtbar – immer größer werden.

Es werden in diesen hochinteressanten und spannenden Sachbuch nicht nur die Ursachen, die zur heutigen Entwicklung führten, aufgedeckt, sondern es werden auch mögliche Wege aufgezeigt, die aus der Dauerkrise führen können.

In gewissem Sinne ist dieses Sachbuch die logische Fortführung des letzten Bestsellers des Autorenduos Weik/Friedrich „Der Crash ist die Lösung“. Wobei im aktuellen Buch der Schwerpunkt noch mehr auf den theoretischen Grundlagen der politischen Ökonomie liegt, um mit Hilfe von Statistiken und Analysen auf Probleme und dringend notwendige bzw. längst überfällige Veränderungen hinzuweisen.

Aber auch dem Leser als Konsumenten wird der Spiegel vorgehalten. Das Geiz-ist-geil-Denken und der persönliche Egoismus sind kontraproduktiv für eine Weiterentwicklung der Gesellschaft.

„Kapitalfehler“ ist ein logisch aufgebautes, leicht verständliches Sachbuch. Es regt zum Nachdenken an und bündelt eine Vielzahl von Informationen, die das Verständnis für die Wirtschaftslage erleichtern. Vervollständigt wird diese kluge Abhandlung von einem Glossar, den bereits erwähnten Anmerkungen und einem Register.

Allen politisch interessierten Lesern empfehle ich dieses Sachbuch zur Lektüre, Politikern und Wirtschaftseliten würde ich es als Richtschnur des Handelns ans Herz legen.

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