Stefan Maiwald – Der Spion des Dogen

Quelle: DtV

Quelle: DtV

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
ISBN-13: 978-3423261241

Der Verlag über das Buch

Sein Name ist Venier, Davide Venier.
Venedig, 1570. Eine Intrige bringt Davide Venier, einen angesehenen Geschäftsmann, über Nacht um sein Vermögen und für zehn Jahre in die berüchtigten Bleikammern, das Staatsgefängnis der Serenissima. Dort lernt er den Osmanen Hasan kennen, der nicht nur sein Schachpartner wird, sondern ihm auch die Kunst der Selbstverteidigung und wertvolle Tricks für den rauen Alltag im Kerker beibringt. Davide erweist sich als gelehriger Schüler, woraufhin er ein unerwartetes Angebot erhält: Straferlass gegen Spionagedienste für den Dogen. Davide willigt ein, doch seine Mission könnte brisanter kaum sein: Das Osmanische Reich rüstet sich für einen Krieg gegen Venedig. Und: Ein gefährlicher Killer ist in der Stadt eingetroffen…

Der Verlag über den Autor

Stefan Maiwald, geboren 1971, ist mit einer Italienerin verheiratet, lebt mit seiner Familie in Italien und schreibt u. a. für ›GQ‹, ›Freundin‹, ›Merian‹, das ›SZ-Magazin‹ und das ›Golf Journal‹.

Mehr über Stefan Maiwald verrät seine Autorenwebsite.

Meine Gedanken zum Buch

Davide Vernier war in Venedig ein angesehener Mann. War, denn er fällt einer Intrige zum Opfer und wird zu 10 Jahren Haft in den Bleikammern verurteilt, zudem wird sein Vermögen eingezogen. Im Gefängnis lernt er Hasan kennen, der ihn das Schachspielen lehrt und ihn auch zum Überleben unter diesen widrigen Bedingungen befähigt. Nach einem Jahr wird Davide Vernier das Angebot unterbreitet, frei zu kommen, wenn er im Gegenzug für den Dogen spioniert.

„Der Spion des Dogen“ ist ein historischer Roman, der auch mit Abenteuer- und Krimielementen aufwartet. Seine Protagonisten agieren nicht nur vor historischer Kulisse, sie passen mit ihren Ansichten und Werten in die Handlungszeit, die der Autor in der sich langsam dem Ende zuneigenden italienischen Renaissance angesiedelt hat. Er vermittelt in seinem Roman ein sehr umfangreiches Zeit- und Sittenbild. Viele Details, oft nur wie nebenbei erwähnt, zeugen davon, wie intensiv sich der Autor mit dieser Epoche auseinandergesetzt hat. Dieses Wissen weiß er auf eine sehr unterhaltsame Art und Weise an den Leser zu bringen. Stefan Maiwald erzählt über die berühmt-berüchtigten Bleikammern ebenso meisterlich wie über den im krassen Gegensatz dazu stehenden prächtigen Dogenpalast mit seinem farbenfrohen und quirligen Leben. Stark hat mich aber beeindruckt, wie er das Leben, der Menschen thematisiert, die sonst eher in den Hintergrund treten, den Arbeitern im Arsenal, den Ärmsten der Armen in ihrem kümmerlichen Dasein. Mein persönliches Highlight war jedoch das Auftreten des Renaissance-Malers Tintoretto in diesem Roman.

Lebendig, unterhaltsam und abwechslungsreich ist Stefan Maiwalds erster historischer Roman. Sehr gern bin ich Danile Vernier auf seinen Wegen über die Alpen und nach Barcelona gefolgt und auch auf seiner unfreiwilligen Reise nach Istanbul habe ich ihn gern begleitet. Dazu trugen sowohl der fein und facettenreich in Szene gesetzte Charakter des Protagonisten als auch die gewählte und bildhafte Sprache des Autors bei.

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