Wladimir Kaminer – Goodbye Moskau

Goodbye Moskau von Wladimir Kaminer
Quelle: Goldmann Verlag

Betrachtungen über Russland
Broschiert: 224 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-13: 978-3442159161

Der Verlag über das Buch

Wladimir Kaminer blickt anlässlich des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution auf seine alte Heimat und sieht ein Land auf der Suche nach sich selbst. Das kommunistische Experiment ging unter dem Applaus der freien Welt zu Ende, die Menschen aber sind noch da, und sie brauchen eine Perspektive. Der Kapitalismus lockt als neues Erfolgsmodell, doch die Russen suchen unter der harten Sonne des Kapitals vergeblich nach einem schattigen Plätzchen. Überall liegen bereits die Handtücher anderer Länder. Statt Wohlstand, Fortschritt und Freiheit regieren Repression und Angst. Die politische Führung unter Putin beherrscht zwar die alten Techniken des Machterhalts, aber keine zur Gestaltung der Zukunft. Vorbei an Europa hat sie den Weg in die Vergangenheit und die Isolation eingeschlagen. Mehr als genug Stoff also für eine liebevoll verzweifelte Auseinandersetzung mit Russland.

Der Verlag über den Autor

Seine kaukasische Schwiegermutter, die deutsche Liebe zum Rhabarber, die Freuden und Qualen des Vaterseins oder russische Popmusik inspirieren Wladimir Kaminer (*1967) zu seinen humorvollen Texten. Der ausgebildete Toningenieur und studierte Dramaturg zog 1990 von Moskau nach Berlin, wo er heute mit seiner Familie lebt. In Deutschland begann Kaminer über Alltagsbeobachtungen und die Eigenheiten der Einheimischen zu schreiben. Sein erstes Buch „Schönhauser Allee“ erschien 2001. Kaminer widmet sich außerdem in der Hörbuchreihe „Berichte aus den Tiefen der russischen Literatur“ den berühmtesten Schriftstellern seines Heimatlandes. Auch als Initiator der inzwischen international bekannten Tanzveranstaltung „Russendisko“ machte sich Kaminer einen Namen.

Meine Gedanken zum Buch

Wladimir Kaminer ist wohl einer der in Deutschland populärsten Russen. Sein Humor ist mitreißend und bei seinen Büchern ist das Lachen vorprogrammiert. So war ich neugierig auf dieses Buch, in dem er einen Blick auf seine alte Heimat richtet. In 33 Kurzgeschichten, nur wenige sind länger als 10 Seiten, bringt er dem Leser Russland und die Mentalität der Russen näher. Immer mit einem Augenzwinkern nur in ganz wenigen Fällen fand ich den Humor etwas aufgesetzt, so zum Beispiel in der Geschichte „Die Demos meines Lebens“.

Leicht, unterhaltsam, mit einer guten Portion Selbstironie und mit seiner ganz speziellen Art von Humor schildert er Erlebnisse und Begebenheiten aus Russland. Dabei findet er eine gelungene Mischung aus Ernsthaftigkeit und Witz. In der derzeit politisch angespannten Beziehung zu Russland empfinde ich dieses Buch als recht wichtig, denn es bringt dem Leser den Russen (oder eher den Autor selbst?) näher, wie sagt Kaminer so passend, man erfährt, wie die Russen ticken.

Für mich ist dieses Buch, dass ich weder in die Kategorie Sachbuch noch in die der Belletristik einordnen kann – ein echter Kaminer eben, interessant und lesenswert. Ein wenig fehlte mir der historische Bezug zur Oktoberrevolution, den ich auch nur nach Kenntnis des Klappentextes erwartete.

Wer aber Kaminers Erzählungen über seine alte Heimat wirklich genießen will, sollte zum Hörbuch greifen, das hat einen ganz besonderen Charme, weil es von Wladimir Kaminer selbst gelesen wird.

 

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